Bundesamt für Naturschutz

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Glossar


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O


Offshore

im eigentlichen Sinne alle Gebiete jenseits der Strandbereiche; in der aktuellen politischen Diskussion benutzt für marine Gebiete jenseits der deutschen Hoheitsgewässer (12 nautische Seemeilen)


Ökologische Flächenstichprobe

Monitoring der Landschafts-, Biotop- und Artenstruktur im Stichprobenverfahren; naturschutzfachlicher Teil der Umweltbeobachtung


Ökologische Nische

Aufgabe bzw. Funktion, die eine Tier- oder Pflanzenart in der Lebensgemeinschaft eines Biotops ausübt


Ökosystem

strukturelles und funktionelles Beziehungsgefüge ökologischer Funktionselemente; offenes, zur begrenzten Selbstregulation und biologischen Reproduktion fähiges, relativ abgegrenztes raumzeitliches Wirkungsgefüge zwischen zusammenlebenden Organismen und ihrer anorganischen Umwelt, mit eigenem Stoff- und Energiefluss, eigenem internen Kreislauf, eigener Produktivität und Artenvielfalt


Oligotrophie

Nährstoffarmut bzw. geringe Nährstoffversorgung


Ornithologie

Vogelkunde


OSPAR

Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (Paris 1992); 1998 in Kraft getreten; ersetzt die Oslo- und Parisübereinkommen zur Verhinderung von Meeresverschmutzung des Nordostatlantiks von 1972 bzw. 1974


P


Pestizid

Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung tierischer und pflanzlicher Organismen


Pflanzengemeinschaft

Kombination von Pflanzenindividuen, die durch Konkurrenz u.ä. in wechselseitiger Beziehung stehen (Pflanzengesellschaft)


Pflanzengesellschaft

Typ einer umweltabhängigen Kombination von Pflanzenarten, der sich durch Konkurrenz u.ä. im Gleichgewicht befindet und eine gewisse Stabilität bezüglich der Artenzusammensetzung aufweist


Photosynthese

Energiegewinnung der Pflanzen durch Umwandlung von Kohlendioxid und Wasser mithilfe von Sonnenenergie zu Traubenzucker und Sauerstoff


Pionierart

Tier- oder Pflanzenart, die auf bisher unbesiedelten Boden oder in ein bisher unbewohntes Gebiet vordringt; oft Vorbereiter für anspruchsvollere Arten


Plaggen

Abstechen des humosen, durchwurzelten Oberbodens mit Teilen der darauf wachsenden Pflanzen in rund vier bis sechs Zentimeter Tiefe. Früher zur Einstreu in Viehställen und zusammen mit Mist als Dünger verwendet


Planfeststellung

rechtsverbindliches Verfahren, in dem zur Schaffung von Baurecht für Vorhaben die Abwägung aller Belange abschließend vorzunehmen ist


Polder

im Binnenland: von Deichen umschlossenes Gebiet im Überschwemmungsbereich eines Wasserlaufs, das dem Hochwasserschutz dienen soll


Population

natürliche Gruppe von Individuen einer Art mit der prinzipiellen Möglichkeit zur Paarung und Fortpflanzung


Potentielle Natürliche Vegetation

Vegetation, die sich unter den gegenwärtigen Umweltbedingungen ohne Eingriffe des Menschen von selbst einstellen würde


Prallufer

Stark angeströmtes äusseres Ufer in der Kurve eines Wasserlaufes, das meist infolge von Erosion steil abfällt


Primärenergie

die zur Deckung des Energiebedarfs zur Verfügung stehende Energie in im Wesentlichen natürlichen Energieträgern


Prozessschutz

Zulassen aller für das jeweilige Ökosystem natürlichen, sowohl biotischen als auch abiotischen Vorgänge


R


Ramsar-Gebiete

geschützte Gebiete gemäß dem "Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung" - Ramsar-Konvention (1971), das allerdings wie viele seiner Nachfolger nicht verbindlich ist.


Regionalplan

Raumordnungsplan für einen Teil des Landesgebietes zur Abstimmung unterschiedlicher Ansprüche an den Raum auf Regierungsbezirks-, Region- oder Kreis-Ebene (mit unterschiedlichen Bezeichnungen in den einzelnen Bundesländern)


Rekultivierung

Wiedernutzbarmachung (gezielte Standortaufbereitung) der terrestrischen Bereiche von ehemals intensiv genutzten Betriebsflächen (z.B. Ton-, Sand-, Kiesgruben; Deponiegelände) und ihre Integration in die umgebende Landschaft mit dem Ziel einer landwirtschaftlichen, waldbaulichen oder erholungsorientierten Folgenutzung - wirtschaftsbezogene Sanierung ( Renaturierung)


Reliktpopulation

in einem ehemals größeren Verbreitungsgebiet der Art als Restvorkommen verbliebene Population; meist im Rückgang begriffen und in ihrem Bestand gefährdet


Renaturierung

Überführung anthropogen veränderter Lebensräume in einen naturnäheren Zustand; Wiedernutzbarmachung von ehemals intensiv genutzten Flächen mit Ausrichtung auf Entwicklung und Nutzung als Naturschutzflächen - naturschutzbezogene Sanierung ( Rekultivierung)


Ressourcen

Vorräte materieller und ideeller Art, die in der Regel nur im begrenzten Umfang vorhanden sind. Natürliche Ressourcen werden als Naturgüter bezeichnet


Retentionsraum

Hochwasserrückhalteraum


Riede

Gehölzfreie Pflanzengesellschaften, die einen hohen Anteil an Sauergräsern und Binsen aufweisen


Rote Listen

Verzeichnisse von gefährdeten Arten, Artengesellschaften und Biotopen


Ruderalfläche

Meist ungenutzte Rohbodenfläche mit steinigem, sandigem, humusarmem Untergrund, die entweder natürlichen Ursprungs oder durch menschliche Aktivitäten entstanden sein kann. Für viele Tier- und Pflanzenarten bildet sie einen wichtigen Lebensraum


Ruderalflur

Vom Menschen stark geprägte Flächen, auf denen bestimmte Pflanzenarten spontan aufkommen


S


Saumgesellschaften

Meist schmale, niederwüchsige und überwiegend krautige Pflanzen-Bestände entlang von Gebüschen oder geschlossenen Wäldern. Die Saumgesellschaften schließen entweder direkt an einen Wald an oder sind von diesem durch einen Mantel (Waldmantel) getrennt


Schlenken

Als Schlenken werden die wasserreichen Vertiefungen zwischen den Bulten (siehe  Bulten) bezeichnet


Schlüsselart

Art, die in der Lebensgemeinschaft oder im Ökosystem eine zentrale Funktion hat und deren Verschwinden das Aussterben bzw. starke Beeinträchtigungen weiterer, von ihr abhängiger Arten nach sich zieht


Selektion

führt in der Evolution der Arten dazu, dass sich die am besten an die jeweiligen Umweltbedingungen angepassten Erbanlagen stärker vermehren als weniger gut angepasste


semiterrestrisch

räumlich und/oder zeitlich getrennte halb aquatische und halb terrestrische Lebensweise bzw. Lebensräume


Soll / Sölle

mit Wasser gefülltes Toteisloch der letzten Eiszeit von wenigen Metern Durchmesser (Tümpel oder Weiher); v.a. in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, oft inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen


Spezialisten

Lebewesen, die an besondere Umweltbedingungen angepasst sind und nur in bestimmten Lebensräumen vorkommen (Gegenteil: Generalisten)


Spezies

 Art


SST

Meeresoberflächentemperatur (sea surface temperature)


Stadtbiotopkartierung

Biotopkartierung innerhalb eines Stadtgebietes unter besonderer Berücksichtigung urbaner Lebensräume


Steifseggen-Ried

Pflanzengesellschaft, die vor allem auf torfigen Substraten im Verlandungsbereich von Seen zu finden ist. Sie bildet oft stattliche, mannshohe, bultförmige Horste


Störung

Häufig anthropogen ausgelöste Faktoren oder Faktorenkomplexe, die reversible oder irreversible Veränderungen in den Eigenschaften von Arten oder Ökosystemen bewirken