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Bruterfolge bei Vilmer Gänsesägern

Bruterfolge bei Vilmer Gänsesägern

Foto: Ralf Grunewald
Gänsesägerfamilie Foto: Ralf Grunewald

Vilm, 18.05.2017 Zur Freude der Vilmer Belegschaft kam es diesen Mai zu einem seit den späten 1980er Jahren selten beobachteten Bruterfolg von Gänsesägern (Mergus merganser) auf der Insel Vilm.

Während 1981 ca. zwölf in Baumhöhlen und Nistkästen brütende Paare auf Vilm gezählt wurden, gab es seitdem nur unregelmäßige Bruterfolgskontrollen. Der größte Anteil ihrer Artgenossen begibt sich alljährlich zum Ende des Winters auf den Weg nach Schweden, um dort die Brutzeit zu verbringen. Dennoch verbringen einige Paare das gesamte Jahr auf Vilm, und es kam auch in den 1990er Jahren regelmäßig zu Jungtiersichtungen kam. In den vergangenen Jahren wurden auf dem Rundweg hin und wieder Überreste von durch Marder zerstörten Gelegen (Eierschalen) gefunden.

Mit ihrem alten, seit knapp 500 Jahren weitestgehend von forstlichen Einflüssen verschonten Wald, bietet die Insel Vilm perfekte Brutbedingungen für die Gänsesäger. Da die großen Wasservögel vor allem in Baumhöhlen brüten, benötigen sie einen alten Bestand mit großen, hohlen Bäumen in Ufernähe oder entsprechende Nistboxen – hier sind vor allem Baum- und Steinmarder mögliche Feinde. Sobald die Jungen geschlüpft sind, springen sie aus den Baumhöhlen in die Tiefe und benutzen dabei ihre kleinen Flügel als Segel. Da sie Nestflüchter sind und zu dem Zeitpunkt noch nicht fliegen können, lauern auf dem Weg zum Wasser unzählige Gefahren, so dass dieser Weg möglichst kurz sein sollte. Nur in wenigen Landschaften Deutschlands ist die Kombination von alten Bäumen in unmittelbarer Küstennähe noch gegeben.

 


L. Jeschke, G. Klafs & H. Schmidt, Das Naturschutzgebiet Insel Vilm, Ostsee-Druck Rostock, Betriebsteil Putbus, Broschüre, o.J. (vermutlich 1980er Jahre)