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Projektsteckbrief Plattform Ökologischer Verbund

Die Plattform Ökologischer Verbund der Alpenkonvention – ein Instrument des transnationalen Naturschutzes


Kontext:

Die Plattform Ökologischer Verbund ist ein Gremium der Alpenkonvention. Ihre Einrichtung wurde auf der IX. Alpenkonferenz in Alpbach im Jahr 2006 entschieden. Mitglieder der Plattform sind Vertreter der Vertragsstaaten, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Sie treffen sich regelmäßig, um länderspezifische Ansätze zu diskutieren und transnationale Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Die Plattform stellt auch ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Expertenebene und Politik dar. Spezifische Arbeitsschwerpunkte werden im zweijährigen Turnus in den sogenannten Mandaten definiert. Deutschland (BfN – 2006-2008 und 2014-2016 bzw. das Bayrisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - 2010-2012) und Frankreich wechselten sich bisher mit  der Leitung der Plattform im zweijährigen Turnus ab. 


Internationale Akteure tauschen sich zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen aus (Foto: Bettina Hedden-Dunkhorst, BfN)
Auf dem Foto sieht man Internationale Akteure, die auf einem Waldweg stehen und sich unterhalten.

Konkretes Ziel der Plattform ist die Verwirklichung eines grenzübergreifenden ökologischen Netzwerkes, wie in Art. 12 des Protokolls Naturschutz und Landschaftspflege vorgesehen. Es beinhaltet u.a. die Erweiterung und Ergänzung von grenzübergreifenden Schutzgebieten unter der Berücksichtigung der NATURA 2000-Gebiete, die Abstimmung und Vernetzung von umweltrelevanten Maßnahmen in Bezug auf Arten und Habitate im gesamten Alpenraum. Außerdem soll relevante Forschung angeregt und umgesetzt werden und die Ergebnisse in das Alpenbeobachtungs- und -informationssystem eingebracht werden. Wichtig ist es auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bedeutung des ökologischen Verbundes hervorzuheben.

Seit 2011 weist die Plattform Pilotregionen des ökologischen Verbundes (Naturschutzgebiete und ihr Umland) aus. Dabei handelt es sich um Regionen, die sich für die Umsetzung des ökologischen Verbundes besonders verdient gemacht haben. Bisher wurden zehn Regionen nominiert. Dort werden Ansätze, Modelle und Maßnahmen getestet und umgesetzt und „best-practices“ entwickelt. 


Ausgewählte Aktivitäten:

Im Rahmen der Plattform wurde unter anderem ein Maßnahmenkatalog erstellt. Er fasst ca. 70 Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität zusammen und stellt dar, wie diese alpenweit eingesetzt werden könnten. 

Aktuell wird ein F+E Projekt durchgeführt, dass den Beitrag von Maßnahmen des ökologischen Verbundes hin zu einer Grünen Wirtschaft (Green Economy) untersucht.  

Im Rahmen des aktuellen Mandates der Plattform wird zurzeit ein Bericht erarbeitet der untersucht welche Möglichkeiten es gibt des ökologischen Verbundes in den Mitgliedstaaten der Alpenkonvention.


Publikationen:

Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation, Building and Nuclear Safety (Hrsg.) (2016). Alpine Nature 2030. BMUB. Berlin: 251 S.

Kohler, Y., Heinrichs, A. K. (2011) Catalogue of possible measures to improve ecological connectivity in the Alps. Ecological Continuum Initiative. www.alpineecological-network.org/measurecatalogue.

Heinrichs, Anne Katrin; Kohler, Yann & Ullrich, Aurelia (Red.) (2010): Implementing a Pan-Alpine Ecological Network - A Compilation of Major Approaches, Tools and Activities.  BfN-Skripten 273.

ALPARC, CIPRA, ISCAR, WWF (2010):  Natur ohne Grenzen : Ökologische Netzwerke für mehr Biodiversität in den Alpen.

Hedden-Dunkhorst, Bettina; K