Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Nationale Naturmonumente


Im Bundesnaturschutzgesetz heißt es in § 24 Abs. 4:

„Nationale Naturmonumente sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die


  1. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und
  2. wegen ihr Seltenheit, Eigenart oder Schönheit

von herausragender Bedeutung sind. Nationale Naturmonumente sind wie Naturschutzgebiete zu schützen.“

Für sie gilt laut § 22 Abs. 5 des Bundesnaturschutzgesetzes die Benehmensregelung mit dem Bund:
„Die Erklärung zum Nationalpark oder Nationalen Naturmonument einschließlich ihrer Änderungen ergeht im Benehmen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.“

Der neue Schutzgebietstypus lehnt sich an Kategorie III der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) an. Bei den Nationalen Naturmonumenten kann es sich demnach um national bedeutsame Naturerscheinungen, aber auch spezielle herausragende geologisch-geomorphologische Erscheinungen oder solche, in denen sich besondere Natur- und Kulturwerte verbinden, handeln.

Noch zu untersuchen war, nach welchen Kriterien nationale Naturmonumente ausgewiesen werden sollen. Voraussetzung ist in jedem Falle eine nationale Bedeutung der Gebiete, ähnlich der von Nationalparken. Die Flächengröße spielt keine den Nationalparken vergleichbare Rolle – die Gebiete können auch kleinflächiger sein („Monumente“). Noch näher zu bestimmen war auch, wie die Nationalen Naturmonumente von anderen Schutzgebietskategorien wie Nationalparke, Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler sowohl aus fachlicher wie auch juristischer Perspektive abzugrenzen sind.

Da es sich kaum um vollkommen natürliche, unberührte Gebiete handeln wird, sondern diese meist vom Menschen beeinflusst werden, müssen zum Schutz und zur Erhaltung der Naturmonumente Managementanforderungen untersucht und definiert werden. Aufgrund der Attraktivität der „Nationalen Naturmonumente“ ist von einem starken Besucherinteresse bzw. bereits bestehendem Besucherdruck auszugehen. Sind daher obligatorisch Managementpläne zu erstellen und eine Verwaltung sowie Informations- und  Bildungseinrichtungen vor Ort zu schaffen?

Um u.a. diese Fragen klären zu können, startete das BfN zum Thema „Nationale Naturmonumente“ im Jahr 2010 ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, welches mittlerweile abgeschlossen werden konnte. 

Im August 2016 wurde mit den Ivenacker Eichen in Mecklenburg-Vorpommern das erste Nationale Naturmonument in Deutschland ausgewiesen.
Dabei handelt es sich um einen ca. 75 ha großen Hutewald mit u.a. fünf bis zu 1000 Jahre alten Eichen.

Als zweites Nationales Naturmonument wurden im April 2017 die Bruchhauser Steine (24 ha) in Nordrhein-Westfalen ausgewiesen - vier Quarzporphyr-Vulkanfelsen mit arktisch-alpiner Flora im Sauerland.

Literatur

  • SCHLUMPRECHT, H. & T. KAISER (2015): Nationale Naturmonumente: naturschutzfachliche Fragen und Denkanstöße zu einer neuen Schutzgebietskategorie und zu deren Operationalisierung. - Natur u. Landschaft 90, 15-28.
  • SCHUMACHER, J., SCHUMACHER, A., WATTENDORFF, P. & W. KONOLD (2014): Nationale Naturmonumente. - Endbericht des gleichnamigen F+E -Vorhabens für das BfN. - 117 Seiten, als pdf verfügbar.
  • SCHUMACHER, J. & SCHUMACHER, A. (2014): Die Schutzgebietskategorie "Nationales Naturmonument": nationale und internationale Voraussetzungen für eine Ausweisung. - Natur u. Recht 36, 696-705.

Letzte Änderung: 07.02.2017

 Artikel drucken